Mineralwasser oder Leitungswasser?

Mineralwasser oder Leitungswasser?

Unser Körper besteht, je nach Alter, aus ca. 70% Wasser. Man kann also zurecht behaupten, dass Wasser unser wichtigstes Lebensmittel ist. Über die letzten Jahre hat die Mineralwasserindustrie versucht, die Qualität des Wassers anhand der enthaltenen Mineralstoffe zu bemessen und auch demnach zu bewerben. Wem ist heutzutage ein „Mineralwasser mit dem Plus an Calcium“ oder ein „magnesiumreiches Mineralwasser“ nicht lieber als stinknormales Leitungswasser? Irgendwie müssen wir ja auf unsere lebensnotwendigen Mineralien kommen…
Ist Mineralwasser gesund? | Risiken durch Plastikflaschen | Leitungswasser oder Mineralwasser? | Chemische Reinigung des Leitungswassers | Physikalische Wasserbelebung | Natürliches Quellwasser | Fazit

Wasser

Ist Mineralwasser gesund?

Riesige Werbekampagnen und Testurteile von renommierten Zeitschriften lassen uns Mineralwasser nicht mehr aus unserem Alltag wegdenken. Geworben wird mit mineralstoffreichen Wässern, welche täglich unseren Bedarf an Calcium, Magnesium, Kalium und Co. decken.

Leider muss man feststellen, dass die in Mineralwässern enthaltenen Mineralien, allesamt in anorganischer Form vorliegen. Die Chemiker unter Ihnen werden nun sagen Mineralien kommen ausschließlich in anorganischer Form vor – was auch stimmt – das große Problem ist nur, dass bei den Mineralstoffen aus den Mineralwässern, die organischen Transportmittel (z.B. Aminosäuren) fehlen. Der Nahrungsergänzungsmittelindustrie ist dies schon seit Längerem bewusst, und bindet deshalb ihre Mineralstoffe an organische Transportmittel wie Citrate, Gluconate und Orotate.

Mineralwasser

Der Grund, warum wir nur diese „organischen Mineralstoffe“ perfekt verarbeiten können, liegt an der Größe der vorkommenden Mineralien. Anorganische Mineralstoffe aus Mineralwässern sind viel zu grob, um in unsere Zellen zu gelangen. Letztendlich werden sie wieder unverarbeitet ausgeschieden oder richten sogar durch ihre Größe Schäden in den Blutbahnen an. (Die Theorie, dass anorganische Mineralstoffe sogar Schäden anrichten, ist nicht bewiesen. Trotzdem wird sie von vielen Ärzten und Chemikern vertreten – wir werden in naher Zukunft mehr dazu berichten)

Das Binden von Mineralstoffen findet normalerweise in unseren Pflanzen statt. Diese „ziehen“ die Mineralien aus unseren Böden und machen sie für uns zellgängig. Diese Zellverfügbarkeit wird oft mit der sogenannten Bioverfügbarkeit bemessen. Von diesem Begriff hört man bei Mineralwasserwerbespots allerdings wenig bis gar nicht. Komisch, dass pflanzliche Lebensmittel oft mit der hohen Bioverfügbarkeit werben. Anscheinend wird hier mit zweierlei Maß gemessen.

Viele, oft von den einzelnen Mineralwasserherstellern in Auftrag gerufenen Studien, zeigen die tollen Magnesium- und Calcium Werte von Sportlern, welche Mineralwässer trinken. Interessanterweise nimmt man über eine Banane mehr Magnesium und Calcium auf, als über einen Liter Mineralwasser. Wenn sie also Studien betrachten, achten Sie darauf, wer die Studie betreut hat und was die Ergebnisse wirklich bedeuten.

Es sollte nämlich auch immer hinterfragt werden, was genau gemessen wurde. Nach dem Trinken von Calcium-reichen Mineralwasser ist es nicht verwunderlich, dass die Calcium Werte im Blut steigen. Wie viel des aufgenommenen Calciums dann allerdings auch dort ankommt wo wir es brauchen ist eine andere Frage.

Plastikflaschen und Mineralwasser

Ein weiterer Beweis für die unglaublich gesundheitsbewusste Mineralwasserindustrie ist das Abfüllen in Plastikflaschen. Mit der Zeit lösen sich Elemente der Kunststoffflaschen in das Wasser. Eine Studie der Universität Frankfurt zeigt, dass Mineralwässer aus Plastikflaschen mehr Schadstoffe enthalten als Wässer aus Glasflaschen. Der Verdacht besteht, dass Stoffe wie zum Beispiel Weichmacher in das Wasser auslaugen und die Östrogen-Belastung fördern. In PET-Flaschen wurden demnach doppelt so viele Östrogene beobachtet als in den Glasflaschen. Die Professoren gehen davon aus, dass Weichmacher die Spermienqualität verändern, den Fettstoffwechsel stören und sogar Auswirkungen auf Diabetes Typ A und B haben.

Plastik Flaschen

Eine andere Studie der University of Cincinnati zeigt, dass sich der chemische Weichmacher Bisphenol A, bereits in kleinen Mengen negativ auf die Hirnbildung von Babys auswirken kann.

Ein weiterer Effekt von Plastikflaschen ist, dass die biophysikalischen Schwingunsfrequenzen des Wassers zerstört werden. Mehr dazu im Kapitel „Wasserbelebung“

Wir möchten der Mineralwasserindustrie in keiner Weise hier etwas vorwerfen. Für Verschwörungstheorien gibt es schon genügend andere Seiten. Trotzdem finden wir es Schade, dass die Mineralwasserfirmen auf Anfragen von diversen Fernsehsendern und Magazinen diesbezüglich nicht reagieren.

Ist Leitungswasser oder Mineralwasser besser?

Oft hört man, dass Leitungswasser besser kontrolliert sei als Mineralwasser. Das stimmt auch. Mineralwässer müssen auf weniger Pestizide untersucht werden als unser Leitungswasser. Da aber eine vollständige Kontrolle von über 300 Pestizidarten zu aufwendig wäre, hat man sich auf eine Handvoll Grenzwerte beschränkt. Rund 280 Pestizidarten haben eine kanzerogene, also krebserregende Wirkung.

Eine französische Untersuchung zeigt, dass jedes dritte französische Mineralwasser Pestizidrückständen und sogar Hormonbelastungen ausgesetzt ist. Diese Wässer werden zum Großteil auch in Deutschland verkauft. Insgesamt wurden 85 Stoffe entdeckt, die normalerweise nichts im Wasser zu suchen haben.

Der Ökotest aus dem Juli 2013 zeigt, dass jedes zehnte Wasser zu viele Keime enthält. Zwei Wässer enthielten sogar einen zu hohen Urangehalt, was zu schweren Nierenschäden führen kann. Insgesamt enthielten 31 Wässer Pestizidrückstände.

Eine weitere Untersuchung des Ökotests im Oktober ergab, dass in knapp jedem fünften Wasser Pestizidmetabolite (Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln) enthalten sind. Sechs Produkte überschritten sogar die Orientierungswerte. Des Weiteren waren 9 Produkte mit Uran belastet.

Mineralwasser wird 24 Stunden nach der Abfüllung nicht mehr kontrolliert. Keime, die sich erst mit der Zeit bilden, werden also gar nicht erst erkannt. Als Gegenmaßnahme wird Mineralwässern immer mehr Kohlensäure beigesetzt, da diese die Keimbildung verringert.

In Leitungswässern wurden in vielen Regionen Deutschlands zu hohe Uran- und Bleibelastungen beobachtet. Viele Gemeinden rüsten deshalb ihre Kläranlagen auf. Bei Mineralwässern gibt es keine Grenzwerte und keine Kennzeichnungspflicht von enthaltenem Uran und Blei.

Grundsätzlich kann man also Leitungswasser dem Mineralwasser vorziehen. Trotzdem ist Leitungswasser aufgrund von möglichen Schwermetallbelastungen, Medizinrückständen und Hormonbelastungen nicht bedenkenlos zu empfehlen. In den folgenden Abschnitten möchten wir Ihnen die Möglichkeiten vorstellen, woher Sie noch reines Wasser bekommen.

Chemische Reinigung des Leitungswassers

Das Frauenhofer-Institut IGB bietet einen Wassercheck an, bei dem Proben des hauseigenen Leitungswassers auf Schwermetalle und andere Rückstände untersucht wird. Das Wasser wird aber leider nicht auf die verschiedenen Pestizidarten untersucht. Sie können allerdings auch bei Ihren zuständigen Wasserkraftwerken nachfragen. Viele können Ihnen mit chemischen Analysen weiterhelfen.

Eine andere Möglichkeit ist die Anschaffung einer Umkehrosmose. Diese reinigt das Wasser zu 99% von chemischen Belastungen. Allerdings kosten diese schnell weit über 1000€.

Physikalische Wasserbelebung

Nachdem das Wasser chemisch gereinigt ist, empfehlen einige Biophysiker es noch physikalisch zu beleben. Bereits 80 Meter Rohr (Rohrleistungsdruck) zerstöre die Eigenbewegung des Wassers und damit die kristalline Struktur. Somit verliere das Wasser die normalerweise transportierten Informationen. Nur Glas und Keramik zerstören dieses Schwingungsmuster nicht. Unser Zellwasser, also das reinste Wasser überhaupt, sei demnach nur mit lebendigen Wasser zu vergleichen. „Totes Wasser“ sei vom Körper nicht zu gebrauchen und würde nur durch uns „hindurchfließen“.

Da es keine Beweise für die Vorzüge eines belebten Wassers gibt, empfehlen wir nicht ein teures Wasserbelebungsgerät zu kaufen.

Wie immer empfehlen wir allerdings, selber einmal eine Zeit lang belebtes Wasser zu trinken und dann eine eigene Meinung zu bilden. Eine Wasserbelebung geht schnell und kostengünstig. Benötigt werden nur eine Glaskaraffe, (vorzugsweise chemisch gereinigtes) Leitungswasser und Edelsteine.
Die Steine werden dann zusammen mit dem Wasser in die Glaskaraffe gelegt. Je nachdem wie viele Edelsteine Sie haben, dauert die Wasserbelebung 2-3 Stunden. Sie können die Kristalle durchgehend in der stets mit Wasser gefüllten Karaffe lassen.
Die kristalline Struktur der Edelsteine soll dem Wasser wieder zur natürlichen Eigenbewegung verhelfen.

Die Beste Wahl: Natürliches Quellwasser

Ob man der Wasserbelebung glaubt oder nicht, Quellwasser ist sowohl chemisch als auch physikalisch betrachtet die beste Wahl. Quellwasser ist das reinste Wasser und entspricht der Zusammensetzung, wie es schon seit Jahrtausenden auf der Erde getrunken wird.

Suchen Sie im Internet oder fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach einem Quellbrunnen in Ihrer Umgebung. Hier können Sie meist kostenlos Wasser in mitgebrachte Glasflaschen abfüllen.
Eine gute Übersicht über Trinkwasserquellen in Deutschland finden Sie hier: http://www.quellenatlas.eu/

Fazit

Wasser ist zusammen mit Salz die Quelle unseres Lebens. Deshalb sollte Wasser auch die Anerkennung in unserem Leben bekommen, die es verdient. Leider ist das teuerste Mineralwasser nicht gleich das Beste.

Die chemischen Belastungen der Mineralwässer und unseres Leitungswassers sprechen für eine vermehrte Nutzung von Quellwasser.

Wir empfehlen deshalb: Erkundigen Sie sich, wo in ihrer Umgebung die nächste Trinkwasserquelle ist und holen Sie dort einmal in der Woche ihr Wasser.