Jod – das Schilddrüsen Spurenelement

Jod

Jod ist, genauso wie Zink, Eisen und Co., ein lebenswichtiges Spurenelement. Da unser Körper Jod nicht selber herstellen kann, müssen wir es über unsere Ernährung aufnehmen. Jod spielt eine wichtige Rolle als Bestandteil unserer Schilddrüsenhormone und ist damit unentbehrlich für unseren Stoffwechsel.

Woher bekomme ich mein Jod?

Empfohlen wird Erwachsenen offiziell die Einnahme von 200μg pro Tag. Kinder brauchen etwas weniger, Schwangere und Stillende etwas mehr (ca. 230μg bis 260μg). Allerdings ist der individuelle Jodbedarf sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren, wie Tagesablauf, Lebensgewohnheiten und dem spezifischen Stoffwechsel eines jenen Menschen, ab. Immer wieder liest man in Magazinen und Ratgebern, dass wir in einem Jodmangelgebiet leben und deshalb auf Fische, Meeresfrüchte und jodiertes Speisesalz zurückgreifen sollen.

Aufgrund der starken toxischen Belastungen unserer Meere und Seen wird immer wieder vor dem Verzehr von Fisch gewarnt. Untersuchungen zeigen, dass Fische und Meeresfrüchte mit Schwermetallen, Biozide und anderen Industriegiften belastet sind.

Auch bei jodiertem Speisesalz sollte man nicht unbehelligt zugreifen, da durch die Raffinierprozesse des Speisesalzes, andere wertvolle Spurenelemente – unter anderem auch natürliches Jod –  entfernt werden. Lesen Sie mehr darüber in unserem Salz Beitrag.

Des Weiteren sollte man bei seiner Jodeinnahme nicht nur an das Jodsalz und den Fisch denken – nahezu alle Lebensmittel (Brot, Wurst, Käse, Joghurt, Konserven…) enthalten jodiertes Speisesalz oder werden sogar extra jodiert. Immer öfters hört man deshalb, dass ein Jodmangel in Deutschland gar nicht mehr existiere und Deutsche zunehmend an einem Überschuss leiden könnten.

Wie macht sich ein Jodüberschuss bemerkbar?

Eine schweizerisch-japanische Arbeitsgruppe des wissenschaftlichen Informationsdiensts des europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V. berichtet, dass zunehmend mehr Menschen an einem Jodüberschuss leiden, als an einem Jodmangel. Grund dafür ist die schon im oberen Abschnitt erwähnte „Zwangsjodierung“ nahezu aller Nahrungsmittel.

Die Folgen eines kontinuierlichen Jodüberschusses sind:

  • Beschwerden im Magen-Darm-Bereich
  • Reizungen an Haut und Schleimhäuten („Jodakne“)
  • Hautausschläge
  • Bindehautentzündungen
  • Kopfschmerzen

Natürlich muss man beim Auftreten einer dieser Symptome nicht sofort von einem Jodüberschuss ausgehen, trotzdem ist in Zukunft mit einem vermehrten Auftreten von Jodüberdosierungen zu rechnen.

Jodmangel

Der in den 1990er Jahren propagierte Jodmangel in Deutschland, Schweiz und Österreich ist längst durch die Jodierung unserer Nahrungsmittel beendet. Trotzdem wird im Internet noch mehr nach „Jodmangel“ als nach „Jodüberschuss“ gegoogelt – eine Nachwirkung der Pro-Jod-Werbekampagnen.

Ein Jodmangel ist bei einer ausgewogenen Ernährung kaum noch erreichbar. Trotzdem hier die typischen Folgen eines Mangels:

  • Enge- und Druckgefühl im Hals („Kloß im Hals“)
  • Atem- und Schluckbeschwerden
  • Größerer Halsumfang

Schlussendlich kann ein andauernder Jodmangel zu einer Struma führen („Kropf“). Dies macht sich durch eine vergrößerte Schilddrüse bemerkbar. Wenn Sie eine dieser oben aufgeführten Symptome haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Jodhaltige Lebensmittel

Wir empfehlen so wenig wie möglich verarbeitete Lebensmittel und künstliche Substanzen zu sich zu nehmen. Deshalb raten wir von Wurst, Fertigprodukten, Konserven und künstlich angereicherten Produkten (wie beispielsweise Jodsalz) ab.

Hier eine Liste von besonders jodhaltigen, natürlichen Lebensmitteln:

  • Fisch und Meeresfrüchte (Nicht allzu Häufig zu empfehlen aufgrund der toxischen Belastungen unserer Weltmeere)
  • Spinat und anderes grünes Blattgemüse
  • Algen und Seetang
  • Champignons
  • Brokkoli
  • Nüsse
  • Natürliches, unverarbeitetes Salz (Enthält natürliches Jod!)
Salat mit Spinat

Des Weiteren empfehlen wir – falls die oben aufgeführten Lebensmittel eher selten auf dem Speiseplan stehen – hin und wieder die Einnahme der Sango Meereskoralle, welche neben natürlichen Jod auch noch diverse andere Vitalstoffe enthält.

Jodversorgung bei einer veganen Ernährung

Wie schon im Kapitel „jodhaltige Lebensmittel“ aufgeführt, ist es auch als ein pflanzlich ernährender Mensch kein Problem, seinen Jodbedarf natürlich zu decken. Sollte allerdings auch als Veganer weitestgehend auf Spinat und anderes grünes Blattgemüse verzichtet werden, kann eine Supplementation in Betracht gezogen werden. Allerdings bedarf es keinesfalls den Jodtabletten aus der Apotheke! Natürliche Quellen sind den im Chemielabor hergestellten Substanzen, immer zu bevorzugen.

Deshalb empfehlen wir, auf Naturprodukte wie: Weizengraspulver, Mikroalgen und die schon oben genannte, sehr jodhaltige Sango Meereskoralle, zurückzugreifen. Neben natürlichem Jod besitzen all diese Pflanzen noch diverse andere Vitalstoffe und stärken somit ihr gesamtes Immunsystem!

Jodunterversorgung durch zu viel Nitrat und Fluorid

Eine Ursache, warum Menschen, trotz des Konsums diverser künstlicher Jodprodukte wie z.B. Jodsalz, einen Jodmangel haben, kann an einer Überversorgung von Nitrat liegen. Nitrat hemmt nämlich die Bildung von Vitamin A aus der Vorstufe Carotin. Vitamin A ist essentiell für die Funktionen der Schilddrüse – reibungslos wird die Schilddrüse deshalb auch bei einer ausreichenden Jodversorgung nicht funktionieren. Hinzu kommt, dass die Jodaufnahme bei einem Nitratüberschuss gehemmt wird.

Es ist schon seit Längerem bekannt, dass Schilddrüsenfunktionsstörungen vermehrt in Gebieten auftreten, in welchen das Trinkwasser sehr nitratreich ist. Des Weiteren sind auch unsere Böden – bedingt durch die intensive Landwirtschaft – oft mit Nitrat überversorgt.

Noch ein Problem kann eine erhöhte Aufnahme von Fluorid mit sich bringen. Fluor ist wesentlich reaktionsfreudiger als Jod und verdrängt Iodid aus unseren chemischen Bindungen im Körper. Erstaunlicherweise wird ein Großteil der Jodsalze auch noch künstlich mit Fluorid versetzt – aber das ist ein anderes Thema (siehe auch Fluorid Beitrag und Salz Beitrag)

Eigene Erfahrungen mit Jod bei einer pflanzlichen Ernährung

Wir ernähren uns schon seit über einem Jahr pflanzlich und nehmen kein Jodsalz zu uns. Des Weiteren versuchen wir auf Produkte zu verzichten, welche Jodsalze enthalten – zum Beispiel Brot und Konserven. Jod beziehen wir also ausschließlich aus Gemüse und diversen Superfoods.

Bis jetzt haben sich keine „Jod-Mangelerscheinungen“ aufgetan und wir fühlen uns gesünder als je zuvor!

https://www.vigo.de/de/behandeln/krankheiten/innere_erkrankungen/schilddruese/jodmangel_folgen.html
http://equapio.com/de/gesundheit/jod-und-jodmangel/
https://www.ugb.de/lebensmittel-im-test/ist-fisch-noch-geniessbar/
http://www.schilddruese.hexal.de/jod-schilddruese/jod-nahrungsmittel/
http://www.gesundheit.de/ernaehrung/naehrstoffe/mineralstoffe-und-spurenelemente/jod
http://www.sanus-vivere.de/files/wissenswertes/jodmangel.pdf